Kuhmilcheiweißallergie – Unser Schicksal

Einen wunderschönen guten morgen an Alle! Unser Tag beginnt heute nicht so happy wie sonst. Wir hadern mal wieder mit unserem Schicksal „Kuhmilcheiweißallergie“.

Warum haben wir das? Was haben wir falsch gemacht? Geht das jemals wieder weg? Fragen über Fragen, auf die es momentan eh keine Antworten gibt. Aber vielleicht kennt ihr diese Tage. Manchmal geht man besser mit seinem Schicksal um und manchmal fällt es einem nicht ganz so einfach. Genau so ein Tag ist heute. Es fällt mir nicht so einfach nach den Ereignissen von gestern Abend. Aber nun ganz von vorne, was ist passiert.

Unser kleiner Dickkopf hat beim Abendessen dicke Backen gemacht und wollte sein normales Abendbrot einfach nicht essen. Da sie eh kein großer Esser ist, wollten wir aber dass sie vor dem zu Bett gehen noch eine Kleinigkeit im Magen hat. Nach einem langen hin und her haben wir, weil sie uns keine Ruhe ließ, ihr ein Schafsmilchjoghurt gegeben. Manche Kinder mit Kuhmilcheiweißallergie vertragen auch Milch von anderen Tieren. Verarbeitet verträgt unser Milchmadl z.B. Ziegenmilch.  Wir haben uns lange nicht an Milchprodukte in Rohform von anderen Tieren ran getraut. Und heute wissen wir auch warum… Sie hat die ersten Bissen genommen und zu unserer Verwunderung hatte sie es sehr gern. Sie wollte weiter essen und wehe wir haben den Joghurtbecher weggeschoben. Die Kuhmilchprodukte hatte sie damals ja schon beim Essen komplett verweigert. Der Gedanke keimte auf, dass sie vielleicht die Milchprodukte anderer Tiere verträgt. Aber nach dem ca. 7 Bissen war Schluss mit Zuversicht. Unsere Kleine bekam überall im Gesicht den bekannten Ausschlag und zum Heulen kam dann auch das Jucken dazu. Zuerst kam leichte Panik in mir auf. Nicht dass es schlimmer wird. Gut wir haben alle Notfallmedikamente da aber trotzdem will ich der Kleinen solche Erlebnisse ersparen, logisch! Wir sind außer mit einem Ausschlag und schlechter, sehr schlechter Laune, gut aus dieser Nummer raus gekommen. Zum Glück! Aber eine Sache ist geblieben, die wieder quälende Fragen. Warum, wieso, weshalb?

Nach unserem ersten Belastungstest – welcher negativ – ausfiel, sind wir ganz gut mit allem klargekommen und das tun wir auch heute noch. Aber nach solchen Erlebnissen hinterfragt man sich einfach immer wieder aufs neue. Es ist sicherlich falsch aber man tut es trotzdem. Bei all den Gedanken hab ich mir die Frage gestellt warum schafft es die Tatsache, dass meine Tochter eine Kuhmilcheiweißallergie hat, doch immer wieder mir einen Dämpfer zu verpassen?

Eine Kuhmilcheiweißallergie ist keine schwere Krankheit und wir wissen dass da draußen soviel Menschen bzw. Eltern sind, die Kinder mit wirklich schweren Krankheiten haben. Wir haben im Verhältnis gesehen ein echt „geringes“ Problem. Aber ich glaube auch nicht, dass mich die Tatsache „Kuhmilcheiweißallergie“ so traurig macht. Es ist glaube ich viel mehr die fehlende Unbeschwertheit. Mit einer solchen Allergie kann man gut leben, nein man kann damit sehr gut leben. Aber das Leben mit einer solchen Allergie ist mit viel Einschränkungen und Entbehrungen verbunden. Alleine die Tatsache, dass unsere Kleine bestimmte Sachen nicht essen darf, ist schon nicht so einfach. Wir versuchen wirklich viel auszugleichen und es funktioniert bisher auch wirklich super aber kleine Kinder wollen doch auch mal das essen was andere Kinder essen. Momentan sind wir in der Situation, dass unser Milchmadl noch viel akzeptiert, was wir ihr „verbieten“. Auch unsere Umgebung nimmt sehr viel Rücksicht. Sind wir bei anderen Kindern eingeladen, gibt es immer nur Essen, welches keine Kuhmilch enthält. An dieser Stelle wirklich ein großes Lob und ein Dank an alle. Wir wissen, dass DAS nicht selbstverständlich ist.

Aber die Zeiten werden sich ändern. Unsere Kleine wird groß… wir können die Situationen nicht immer so gut kontrollieren wie jetzt. Wird ihr wachsender Verstand manchmal dazu reichen um zu verstehen, dass sie gewisse Dinge nicht essen darf? Vor allem, wenn wir nicht dabei sind? Momentan haben wir keine Ahnung wie es zukünftig aussehen wird. Wenn ich sehe wie stark allergisch sie sogar auf Schafsmilch reagiert, habe ich nicht unbedingt die größte Hoffnung, dass wir die Allergie in Griff bekommen. Wie verhalten sich andere Kinder ihr gegenüber? Selbst jetzt in dem doch sehr jungen Altern haben wir schon schlechte Erfahrungen gemacht. Kinder können grausam sein! Ihr wurde schon gesagt, „du darfst nicht mitspielen, du hast eine Allergie“. Das kleine Kind wusste sicherlich nicht was eine Allergie ist (es hat es sicherlich auch nicht böse gemeint) aber mir wurde bewusst, dass uns genug andere Situationen ereilen werden, welche nicht unbedingt nur mit Essen zu tun haben. Wir können uns nur wünschen, dass sie nicht auf Grund Ihrer Allergie von anderen ausgegrenzt wird oder zwischenmenschlich Schwierigkeiten bekommt. Und falls doch, hoffe ich als Mutter, dass ich sie selbstbewusst genug erziehe über solchen Kindern und dessen Verhalten zu stehen.

Es ist also nicht die Allergie die mich so runterzieht, es ist viel mehr die fehlende Leichtigkeit beim Essen und im Leben. Es tut einem einfach unwahrscheinlich leid für sein Kind. Ja ich fühle mich als Mutter schlecht, weil ich meinem Kind nicht die nötige Leichtigkeit für Ihr Leben mitgeben kann, die sie verdient hätte. Ich wünschte ich könnte Ihr das alles ersparen und könnte ihr diese Allergie abnehmen. Vielleicht hört es sich für nicht Betroffene etwas seltsam an und man denkt „was macht die sich viele Gedanken“. Aber welche Mutter will nicht das beste für Ihr Kind?!?! Ich hoffe, dass unser Kind trotz den Einschränkungen sich weiterhin so prächtig entwickelt und wir gestärkt aus der ganzen Situation herausgehen können.

Allen kranken Kindern und deren Eltern wünsche ich an dieser Stelle viel Kraft und Glück
allen gesunden Kindern und deren Eltern wünsche ich die Erkenntnis der Dankbarkeit, dass es ihnen gut geht,
denn dies wird oftmals als viel zu selbstverständlich angesehen.

 Kuhmilcheiweißallergie - Unser Schicksal

 

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