Essensverweigerung! Hattet Ihr hiermit schon mal Kontakt?
Es scheint bei Kindern mit einer Kuhmilcheiweißallergie keine Seltenheit zu sein.

Nach dem wir die ersten Hürden wie „Breieinführung“ und „Ersatznahung ohne Kuhmilch“ ganz gut gemeistert haben waren wir soweit ganz zufrieden mit unserer Situation. Unser normaler Tagesablauf war wieder geregelt und alles rund um das Thema Essen lief ganz gut. Wir haben kleine Probleme wie Snacks etc. ohne Milcheiweiß ganz gut in den Griff bekommen und unsere Kleine kam bei dem Thema Essen zur Ruhe. Aber wie ist es bekanntlich mit der Ruhe vor dem Sturm? Festnahrung wird seit ein paar Wochen und Monaten erfolgreich verweigert. Wir stehen somit vor dem nächsten Problem!

Als wir mit der Festnahrung angefangen haben, lief es eigentlich ganz gut. Die Kleine hat viele Sachen probiert und ein Abendessen ohne Brei war ca. 1 Woche lang kein Problem. Doch dann, von heute auf morgen war Schluss damit. Sie verweigert sämtliches Essen. Einzig und alleine Brot, Brezeln, Bananen und Äpfel gehen. Mehr nicht. Wir geben uns wirklich so viel Mühe mit dem Essen. Wir kochten viele tolle Sachen, alles was Kinder eigentlich mögen. Alles vergebens! Sie nimmt nichts an. Wir befinden uns jetzt wieder im absoluten Breistatus. Der läuft dafür sehr gut. Manchmal ist man schon wirklich am verzweifeln. Man hinterfragt sich ständig. Was mach ich falsch, warum mag sie nichts essen, sind auch noch andere Allergien im Spiel, was können wir noch anders oder besser machen? Auf all die Fragen gibt es keine Antworten. Nur eine und die heißt: Geduld und Akzeptanz. Wir müssen die Situation so annehmen, es ändert alles nichts. Mit ihren Breien ist sie grundversorgt und es fehlt ihr an nichts. Das haben uns die Ärzte versichert. Es besteht also kein Grund zur Besorgnis.

Eine allgemeine Unzufriedenheit über die Situation haben mich auf den Weg begeben nachzuforschen…. und tata… Es geht vielen Kindern mit Allergien, hauptsächlich Kuhmilchallergikern so. Viele Kinder sind Essensverweigerer, wenn es an die Festnahrung geht. Tatsächliche Gründe hierfür sind unbekannt. Da die Ersatznahungen ziemlich bitter sind, ist die Gewöhnung an süße oder salzige Speisen sehr schwer. Es kann aber auch einfach ein Selbstschutz des Körpers sein.

Wie gut der Selbstschutz bei unserer Tochter funktioniert, haben wir ja schon in dem Erfahrungsbericht beschrieben, als wir feststellte, dass sie keine Milch verträgt. Sie sperrte direkt und wir haben keinen Milchbrei mehr in das Kind bekommen. Ich denke das Thema Selbstschutz und Essensverweigerung liegt sehr nah beieinander und darf nicht unterschätzt werden. Wenn ein Kind das Essen verweigert, dann sollte man das sehr ernst nehmen.

Wir bieten unserer Kleinen weiterhin alles an und versuchen sie soweit es geht in unsere Mahlzeiten mit einzubinden. Alles kann nichts muss! Das ist hier die Devise.
An alle Betroffenen: Lasst euch nicht stressen und gebt euch und dem Kind alle Zeit der Welt. Dem Kind sollte kein schlechtes Gefühl bei dem Essen vermittelt werden. Haben die Kinder ein komisches Gefühl oder machen schlechte Erfahrungen beim Essen, wird das Essverhalten sicherlich noch mehr gehemmt. Habt ihr ein mulmiges Gefühl, klärt eure Bedenken mit dem Arzt oder Allergologen ab. Sie können euch meistens beruhigen und euch die Bedenken nehmen.

Bei Fragen könnt ihr uns gerne eine Mail schreiben.

Essensverweigerung! Keine Seltenheit bei Kindern mit KuhmilcheiweißallergieBildquelle: Pixabay

Einen wunderschönen guten morgen an Alle! Unser Tag beginnt heute nicht so happy wie sonst. Wir hadern mal wieder mit unserem Schicksal „Kuhmilcheiweißallergie“.

Warum haben wir das? Was haben wir falsch gemacht? Geht das jemals wieder weg? Fragen über Fragen, auf die es momentan eh keine Antworten gibt. Aber vielleicht kennt ihr diese Tage. Manchmal geht man besser mit seinem Schicksal um und manchmal fällt es einem nicht ganz so einfach. Genau so ein Tag ist heute. Es fällt mir nicht so einfach nach den Ereignissen von gestern Abend. Aber nun ganz von vorne, was ist passiert.

Unser kleiner Dickkopf hat beim Abendessen dicke Backen gemacht und wollte sein normales Abendbrot einfach nicht essen. Da sie eh kein großer Esser ist, wollten wir aber dass sie vor dem zu Bett gehen noch eine Kleinigkeit im Magen hat. Nach einem langen hin und her haben wir, weil sie uns keine Ruhe ließ, ihr ein Schafsmilchjoghurt gegeben. Manche Kinder mit Kuhmilcheiweißallergie vertragen auch Milch von anderen Tieren. Verarbeitet verträgt unser Milchmadl z.B. Ziegenmilch.  Wir haben uns lange nicht an Milchprodukte in Rohform von anderen Tieren ran getraut. Und heute wissen wir auch warum… Sie hat die ersten Bissen genommen und zu unserer Verwunderung hatte sie es sehr gern. Sie wollte weiter essen und wehe wir haben den Joghurtbecher weggeschoben. Die Kuhmilchprodukte hatte sie damals ja schon beim Essen komplett verweigert. Der Gedanke keimte auf, dass sie vielleicht die Milchprodukte anderer Tiere verträgt. Aber nach dem ca. 7 Bissen war Schluss mit Zuversicht. Unsere Kleine bekam überall im Gesicht den bekannten Ausschlag und zum Heulen kam dann auch das Jucken dazu. Zuerst kam leichte Panik in mir auf. Nicht dass es schlimmer wird. Gut wir haben alle Notfallmedikamente da aber trotzdem will ich der Kleinen solche Erlebnisse ersparen, logisch! Wir sind außer mit einem Ausschlag und schlechter, sehr schlechter Laune, gut aus dieser Nummer raus gekommen. Zum Glück! Aber eine Sache ist geblieben, die wieder quälende Fragen. Warum, wieso, weshalb?

Nach unserem ersten Belastungstest – welcher negativ – ausfiel, sind wir ganz gut mit allem klargekommen und das tun wir auch heute noch. Aber nach solchen Erlebnissen hinterfragt man sich einfach immer wieder aufs neue. Es ist sicherlich falsch aber man tut es trotzdem. Bei all den Gedanken hab ich mir die Frage gestellt warum schafft es die Tatsache, dass meine Tochter eine Kuhmilcheiweißallergie hat, doch immer wieder mir einen Dämpfer zu verpassen?

Eine Kuhmilcheiweißallergie ist keine schwere Krankheit und wir wissen dass da draußen soviel Menschen bzw. Eltern sind, die Kinder mit wirklich schweren Krankheiten haben. Wir haben im Verhältnis gesehen ein echt „geringes“ Problem. Aber ich glaube auch nicht, dass mich die Tatsache „Kuhmilcheiweißallergie“ so traurig macht. Es ist glaube ich viel mehr die fehlende Unbeschwertheit. Mit einer solchen Allergie kann man gut leben, nein man kann damit sehr gut leben. Aber das Leben mit einer solchen Allergie ist mit viel Einschränkungen und Entbehrungen verbunden. Alleine die Tatsache, dass unsere Kleine bestimmte Sachen nicht essen darf, ist schon nicht so einfach. Wir versuchen wirklich viel auszugleichen und es funktioniert bisher auch wirklich super aber kleine Kinder wollen doch auch mal das essen was andere Kinder essen. Momentan sind wir in der Situation, dass unser Milchmadl noch viel akzeptiert, was wir ihr „verbieten“. Auch unsere Umgebung nimmt sehr viel Rücksicht. Sind wir bei anderen Kindern eingeladen, gibt es immer nur Essen, welches keine Kuhmilch enthält. An dieser Stelle wirklich ein großes Lob und ein Dank an alle. Wir wissen, dass DAS nicht selbstverständlich ist.

Aber die Zeiten werden sich ändern. Unsere Kleine wird groß… wir können die Situationen nicht immer so gut kontrollieren wie jetzt. Wird ihr wachsender Verstand manchmal dazu reichen um zu verstehen, dass sie gewisse Dinge nicht essen darf? Vor allem, wenn wir nicht dabei sind? Momentan haben wir keine Ahnung wie es zukünftig aussehen wird. Wenn ich sehe wie stark allergisch sie sogar auf Schafsmilch reagiert, habe ich nicht unbedingt die größte Hoffnung, dass wir die Allergie in Griff bekommen. Wie verhalten sich andere Kinder ihr gegenüber? Selbst jetzt in dem doch sehr jungen Altern haben wir schon schlechte Erfahrungen gemacht. Kinder können grausam sein! Ihr wurde schon gesagt, „du darfst nicht mitspielen, du hast eine Allergie“. Das kleine Kind wusste sicherlich nicht was eine Allergie ist (es hat es sicherlich auch nicht böse gemeint) aber mir wurde bewusst, dass uns genug andere Situationen ereilen werden, welche nicht unbedingt nur mit Essen zu tun haben. Wir können uns nur wünschen, dass sie nicht auf Grund Ihrer Allergie von anderen ausgegrenzt wird oder zwischenmenschlich Schwierigkeiten bekommt. Und falls doch, hoffe ich als Mutter, dass ich sie selbstbewusst genug erziehe über solchen Kindern und dessen Verhalten zu stehen.

Es ist also nicht die Allergie die mich so runterzieht, es ist viel mehr die fehlende Leichtigkeit beim Essen und im Leben. Es tut einem einfach unwahrscheinlich leid für sein Kind. Ja ich fühle mich als Mutter schlecht, weil ich meinem Kind nicht die nötige Leichtigkeit für Ihr Leben mitgeben kann, die sie verdient hätte. Ich wünschte ich könnte Ihr das alles ersparen und könnte ihr diese Allergie abnehmen. Vielleicht hört es sich für nicht Betroffene etwas seltsam an und man denkt „was macht die sich viele Gedanken“. Aber welche Mutter will nicht das beste für Ihr Kind?!?! Ich hoffe, dass unser Kind trotz den Einschränkungen sich weiterhin so prächtig entwickelt und wir gestärkt aus der ganzen Situation herausgehen können.

Allen kranken Kindern und deren Eltern wünsche ich an dieser Stelle viel Kraft und Glück
allen gesunden Kindern und deren Eltern wünsche ich die Erkenntnis der Dankbarkeit, dass es ihnen gut geht,
denn dies wird oftmals als viel zu selbstverständlich angesehen.

 Kuhmilcheiweißallergie - Unser Schicksal